Der französische Fahrzeugbestand gehört weiterhin zu den größten in Europa. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter der Fahrzeuge stetig. Auch die Vorschriften ändern sich: Umweltzonen mit niedrigen Emissionen, strengere Abgasprüfungen bei der Hauptuntersuchung und der Einzug elektrischer Antriebe verändern die Arbeit in den Werkstätten. Vor diesem Hintergrund ist es längst nicht mehr nur eine Frage des gesunden technischen Menschenverstands, das passende Auto zu wählen, es instand zu halten und den eigenen Fahrstil im Alltag anzupassen.
Das Auto unter Berücksichtigung der Crit’Air-Beschränkungen und Umweltzonen wählen
Die meisten Kaufberatungen konzentrieren sich auf das Budget, den Antrieb oder das Kofferraumvolumen. Ein Kriterium gerät dabei oft in den Hintergrund: die Frage, ob das Fahrzeug die Anforderungen der Umweltzonen mit niedrigen Emissionen (ZFE) in der eigenen Stadt oder Metropolregion erfüllt.
Die Crit’Air-Beschränkungen gelten nicht überall gleich. Geografische Grenzen, Geltungszeiten, betroffene Plaketten und Ausnahmen werden von jeder Kommune vor Ort festgelegt. Wer sich vor dem Kauf über die ZFE-Regeln im eigenen Ballungsraum informiert, vermeidet, dass das Fahrzeug schon bald nicht mehr fahren darf.
Auch die Kommunen können die Zeitpläne ändern. Es reicht daher nicht, eine landesweite Übersicht zu konsultieren: Wer einen Kauf oder Fahrzeugwechsel plant, sollte sich über die aktuellen Beschlüsse des eigenen Ballungsraums informieren.
Wer sich näher mit diesen Fragen befassen und die verfügbaren Optionen vergleichen möchte, findet in den Autotipps von J Voiture praktische Kriterien zu den verschiedenen Antriebsarten.

Autowartung: Was sich bei einem Elektroauto ändert
Ein weitverbreiteter Irrtum lautet, dass ein Elektroauto weniger Wartung benötigt. Tatsächlich ist die Lage differenzierter: Der Wartungsaufwand eines Elektroautos ist anders, aber nicht einfach geringer.
Es gibt weder einen Motorölwechsel noch Zündkerzen oder einen Zahnriemen, die ersetzt werden müssen. Die Rekuperation verringert den Verschleiß der mechanischen Bremsbeläge. Die Reifen nutzen sich dagegen mindestens genauso stark ab, manchmal sogar schneller – bedingt durch das sofort verfügbare Drehmoment des Elektromotors.
Die Hochvoltbatterie und die zugehörigen elektrischen Systeme erfordern besondere Fachkenntnisse. Nicht jede Werkstatt ist für Arbeiten an diesen Komponenten ausgerüstet oder zugelassen. Einige freie Werkstätten nehmen Elektroautos mangels Schulung oder geeigneter Werkzeuge noch immer nicht an. Das sollte man vor dem Kauf bedenken, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo die Auswahl an Werkstätten begrenzt ist.
Kontrollpunkte, die für beide Antriebsarten gelten
- Der Reifendruck sollte unabhängig vom Antrieb alle zwei bis vier Wochen geprüft werden. Zu niedriger Druck erhöht den Kraftstoff- oder Energieverbrauch und verschlechtert die Straßenlage.
- Bremsflüssigkeit altert mit der Zeit und nimmt Feuchtigkeit auf. Der regelmäßige Wechsel ist sowohl bei Verbrennern als auch bei Elektroautos erforderlich.
- Beleuchtung und Scheibenwischer sind unabhängig vom Antrieb. Defekte Beleuchtung zählt bei Verkehrskontrollen weiterhin zu den häufigsten Gründen für ein Bußgeld.
Hauptuntersuchung und Schadstoffemissionen: Die Anforderungen werden strenger
Bei der Hauptuntersuchung werden Schadstoffemissionen inzwischen stärker berücksichtigt. Die Grenzwerte werden schrittweise verschärft, sodass Fahrzeuge, die vor einigen Jahren noch problemlos bestanden hätten, heute an diesem Kriterium scheitern können.
Die regelmäßige Wartung des Verbrennungsmotors wirkt sich unmittelbar auf das Ergebnis der Hauptuntersuchung aus. Ein verschmutzter Luftfilter, altes Motoröl oder ein verschlissener Katalysator können bereits dazu führen, dass die zulässigen Emissionsgrenzwerte überschritten werden.
Für Besitzer älterer Fahrzeuge stellt sich ganz konkret die Frage: Lohnt sich eine Instandsetzung der Abgasreinigungsanlage oder sollte man über einen Fahrzeugwechsel nachdenken? Es fehlen Daten, um die durchschnittlichen Kosten einer Nachrüstung je nach Antriebsart genau zu beziffern, da sie stark vom Alter und Kilometerstand des Fahrzeugs sowie vom Zustand des Katalysators abhängen.

Im Alltag fahren: Die Fahrweise an den tatsächlichen Zustand des Fahrzeugs anpassen
Verkehrssicherheit beschränkt sich nicht auf die vorgeschriebene Ausrüstung wie Warnweste und Warndreieck. Sie hängt auch davon ab, ob der Fahrer den technischen Zustand seines Fahrzeugs einschätzen und seine Fahrweise entsprechend anpassen kann.
Reifen, deren Profil bis auf die Verschleißanzeige abgefahren ist, verlieren auf nasser Fahrbahn deutlich an Haftung. Der Bremsweg verlängert sich und die Aquaplaninggefahr steigt. Eine Sichtprüfung des Reifenprofils dauert weniger als eine Minute und erfordert kein Werkzeug.
Kontrollleuchten als erste Diagnose
Jede aufleuchtende Kontrollleuchte steht für einen Sensor, der eine bestimmte Information übermittelt. Eine orangefarbene Motorkontrollleuchte bedeutet nicht immer einen schweren Defekt. Wer jedoch eine Warnung vor zu niedrigem Öldruck oder zu hoher Motortemperatur ignoriert, riskiert schon nach wenigen Kilometern einen Motorschaden.
Ein Blick in das Bordbuch des Fahrzeugs hilft, die Bedeutung der einzelnen Kontrollleuchten zu verstehen, ohne in einem stressigen Moment online danach suchen zu müssen. Die Hersteller geben dort auch die empfohlenen Wartungsintervalle an, die je nach Modell und Einsatzbedingungen variieren.
Reifendruck an die Beladung anpassen
Der vom Hersteller empfohlene Reifendruck gilt für eine Standardbeladung. Bei einer Urlaubsfahrt mit voll beladenem Kofferraum und mehreren Mitfahrern muss der Druck entsprechend den Angaben auf dem Aufkleber in der Tür oder Tankklappe erhöht werden. Überladung in Verbindung mit zu niedrigem Reifendruck lässt die Reifen schneller heiß werden und erhöht auf der Autobahn die Gefahr eines Reifenplatzers.
Die Wahl des Fahrzeugs, seine Wartung und die eigene Fahrweise gehören zusammen. Ein passend gewähltes Fahrzeug senkt die Wartungskosten, und sorgfältige Pflege verlängert seine Lebensdauer. Antriebsart, örtliche Vorschriften und Fahrgewohnheiten sind drei Faktoren, die gemeinsam betrachtet und nicht getrennt voneinander behandelt werden sollten.



